Im Departement "Somme" trifft man auf aus dem gesamten Commonwealth (Gesamtheit der Kolonien und Territorien unter britischer Herrschaft) stammende Soldaten: Engländer, Schotten, Waliser, Iren, Neu-Seeländer, Australier, Kanadier, Neufundländer, Südafrikaner.

Die Schlacht an der Somme beginnt am 1. Juli 1916 durch eine Folge verschiedener Explosionen: Hierbei handelt es sich um Explosionen von Minen, die unter den ersten Linien der feindlichen Gräben eingegraben worden sind. Diese Schlacht dauert bis zum 18. November. Es wird davon ausgegangen, dass bei dieser Schlacht insgesamt 420.000 Soldaten gestorben sind, verletzt, als vermisst gemeldet oder gefangen genommen worden sind. Hiervon wird etwa ein Drittel, d. h. etwa 140.000 Soldaten, als Todesopfer geschätzt. Bei mehr als der Hälfte dieser Opfer ist es unmöglich, deren sterbliche Überreste wiederzufinden oder zu identifizieren: Hierbei handelt es sich um die Missing des Departements "Somme".

Diese Soldaten gehören zu den britischen und südafrikanischen Regimenten und werden in der Gedenkstätte von Thiepval, die gemäß den Plänen von Sir Edwin Lutyens (1869-1944) errichtet worden ist, geehrt. Hierbei handelt es sich um einen der Architekten der Kommission Commonwealth War Graves Commission, einer im Jahre 1917 für die Registrierung und die Pflege der Gräber der während des Ersten Weltkrieges gefallenen Soldaten wie auch für die Errichtung von Gedenkstätten für diese Kriegsopfer gegründeten Kommission. Bei dem Monument von Thiepval handelt es sich um eine Folge verschiedener aus Ziegeln und weißen Steinen gebildeter Bögen. Auf den Mauern dieser Gedenkstätte sind die Namen von nahezu 72.200 Missing aufgeführt worden. Diese ab 1929 errichtete Gedenkstätte wird am 1. August 1932 unter Anwesenheit des künftigen Königs Edward VIII und des französischen Staatspräsidenten Albert Lebrun eingeweiht.

Die beiden Friedhöfe beheimaten auf beiden Seiten einer Allee französische und britische Soldatengräber. Die französischen Gräber, von denen 253 die Aufschrift "unbekannt" tragen, werden mit weißen Kreuzen geschmückt. Auf 239 der insgesamt 300 weißen Grabsteine der britischen Gräber kann man ein Epitaph des Schriftstellers Rudyard Kipling (1865-1936) lesen: "A Soldier of the Great War known unto God" ("ein Soldat des Ersten Weltkrieges, dessen Identität nur Gott alleine kennt").

Loading, please wait...
  • Bazentin (Departement "Somme"): Cemetery, erstes Viertel des 20. Jahrhunderts, Postkarte, Koll. Linge © P&K Linge

    Während der Schlacht an der Somme werden zahlreiche, provisorische Friedhöfe eingerichtet. Die Einzelgräber der Soldaten werden häufig, wie auch in diesem Falle, mit Holzkreuzen versehen. Folglich ist es wichtig, den Standort dieser Gräber aufzuschreiben, um diese nach Kriegsende wiederzufinden und die Soldaten in endgültigen Friedhöfen zusammenzuführen.

  • Einweihung der Gedenkstätte von Thiepval, 1. August 1932, Fotografie, Koll. Historial de la Grande Guerre, Péronne © Y. Medmoun

Bazentin CemeteryEinweihung der Gedenkstätte von Thiepval